Tourneecamp aus der Sicht von Teilnehmenden

Von Aileen und Elin

Wenn sich Ende Juli das Zirkusdorf in Betschwanden in eine bunte Werkstatt verwandelt, beginnt für uns ein besonderes Abenteuer. Für zwei Wochen tauschen wir unser Zimmer gegen einen Schlafplatz im Zirkuswagen und unsere Ferien gegen tägliches Training. Es ist anstrengend und manchmal chaotisch, aber genau das macht die Tournee besonders. 

Die erste Woche ist intensiv. Wir lernen die Choreografie, üben unsere Nummern und wachsen in unsere Rollen hinein. Einen Teil der Choreo kennen wir bereits vom Trainingstag, trotzdem fühlt sich vieles neu an. Immer mehr stimmen Musik, Bewegungen und Timing überein. Dabei werden wir von unseren Trainer*innen unterstützt, die uns durch die erste Woche begleiten. 

Natürlich läuft nicht immer alles perfekt. Fehler passieren beim Training, beim Auftritt oder beim Umbau. Wir lernen, dass Fehler keine Rückschläge sind, man probiert es nochmals und macht weiter. Dadurch werden wir sicherer und lernen, auch in stressigen Situationen ruhig zu bleiben. Auch untereinander ist nicht immer alles harmonisch. Zwei Wochen mit denselben Leuten kann  herausfordernd sein. Man versteht sich nicht mit allen gleich gut. Aus dem Weg gehen kann man sich trotzdem nicht, denn wir schlafen, trainieren, essen und reisen zusammen. Gleichzeitig entstehen neue Freundschaften und wir lernen uns von einer anderen Seite kennen.  

Nach der ersten Woche verabschieden sich die Trainer*innen. Milu und Ischa begleiten uns weiter und unterstützen uns während der ganzen Tournee. Sie haben immer ein offenes Ohr und helfen bei allem. Auch Yara und Simone sind von der Küche aus mit Rat und Tat an unserer Seite. Während der Shows sehen wir immer wieder ihre stolzen Blicke aus der Küche, die uns zusätzlich motivieren. Und Ika ist natürlich auch immer bereit zu helfen, egal bei was. 

Am Freitagabend werden die Wagen für die Abfahrt vorbereitet. Am nächsten Morgen geht es nach Lachen, wo wir den  Vegas, die Tribüne, den Bühnenwagen und alles rund um für die Premiere aufbauen. Vor der ersten Show sind wir nervös, aber auch stolz, endlich zu zeigen, was  wir erarbeitet haben. 

Insgesamt spielen wir zehn Shows: vier in Weesen, wie auch drei in Lachen und Glarus. Mit jeder Show werden wir routinierter, trotzdem bleibt das Kribbeln. Besonders schön sind die kleinen Momente: ein gelungener Trick, ein stolzer Blick des Publikums oder ein unerwartetes Kompliment. Eine Show bleibt uns besonders in Erinnerung: die Neunte. Wegen eines Unwetters musste sie abgebrochen werden. Wir waren zuerst enttäuscht, doch alle halfen sofort mit, die Bühne zu sichern. In solchen Momenten merkt man, wie gut wir als Gruppe funktionieren. Auch die Auf- und Abbauten gehören dazu. Mit der Zeit läuft alles fast automatisch und jeder weiss genau was gemacht werden muss. 

Für uns war die Tournee bereits zum zweiten Mal ein Erlebnis, das wir nicht vergessen werden. Trapez und Masten, Höhen und Tiefen, Regen und Sonnenschein, Lachen und Lampenfieber, zwei Wochen voller Erlebnisse, neuer Freundschaften und Erinnerungen. Genau das ist für uns die Magie der Tournee. 


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